Orchesterwerke

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4

Stuttgarter Philharmoniker
Jeannette Wernecke, Sopran
Gabriel Feltz

Katalognummer 21072

„...Was mir hier vorschwebte, war ungemein schwer zu machen. Stell dir das ununterschiedene Himmelsblau vor, das schwieriger zu treffen ist als alle wechselnden und kontrastierenden Tinten. Dies ist die Grundstimmung des Ganzen. Nur manchmal verfinstert es sich und wird spukhaft schauerlich: doch nicht der Himmel selbst ist es, der sich trübt, er leuchtet fort in ewigem Blau. Nur uns wird er plötzlich grauenhaft, wie einen am schönsten Tage im lichtübergossenen Wald oft ein panischer Schreck überfällt. Mystisch, verworren und unheimlich, daß euch dabei die Haare zu Berge stehen werden, ist das Scherzo. Doch werdet ihr im Adagio darauf, wo alles sich auflöst, gleich sehen, daß es so bös nicht gemeint war.“ (Gustav Mahler an Natalie Bauer-Lechner, 1900)

 

Gustav Mahler
Sinfonie Nr.3

Stuttgarter Philharmoniker
Gabriel Feltz

Katalognummer: 21065

Vom Flüstern bis zum Donnern ein Klangstrom
"Ohne die Entgiftung des Lebens durch Humor könne er der Tragik der menschlichen Existenz nicht standhalten, sagte Gustav Mahler einmal. Humor hatte der Mann zweifellos: Als ihn der junge Bruno Walter in seinem Komponierhäusl im österreichischen Steinbach am Attersee besuchte und seinen Blick über das dortige imposante Höllengebirgspanorama schweifen ließ, kommentierte Mahler: „Da brauchen Sie gar nicht mehr hinzusehen - das habe ich schon alles wegkomponiert.“ Das war im Sommer 1896, da saß er gerade an seiner dritten Sinfonie. Die Vielfalt der Natureindrücke, die Mahler in sich aufgesogen, gebändigt und in transzendierter Gestalt zwischen die Notenzeilen seiner Dritten gebannt hat, brachten die Stuttgarter Philharmoniker unter ihrem Chef Gabriel Feltz im Stuttgarter Beethovensaal formidabel zur Entfaltung. Die eineinhalb Stunden, die das sechssätzige Monument dauert, waren im Nu vorbei: eine hochspannende Aufführung, in der es Feltz vom ersten bis zum letzten Takt gelang, das ständig sich wandelnde, zuweilen gebirgsartig zerklüftete und oft hart geschnittene Material in einen pulsierenden Klangstrom zu überführen. Die Philharmoniker waren in Höchstform: wunderbar die dynamische Spannweite vom Flüstern im vierfachen Piano bis zum tosenden Donnern. Herrlich die Umsetzung der schroff kontrastierenden Charaktere. Himmlisch der transparente Streicherschmelz im tiefgründig und bedächtig dahinfließenden Finale." 

Verena Großkreutz, Esslinger Zeitung

 

Johannes Brahms
Sinfonien 3 & 4

Bremer Philharmoniker, Markus Poschner

Katalognummer: 21064

Brahms und Bremen

Brahms und Bremen, Bremen und Brahms: der 1833 in Hamburg geborene, spätere Wahl-Wiener hatte zu der Hansestadt an der Weser eine besondere Beziehung. Das Brahms-Projekt der Bremer Philharmoniker steht somit in einer besonderen Tradition. Unmittelbar verknüpft ist mit der Hansestadt ein Markstein in der Karriere des Komponisten. Im Bremer Dom schaffte der knapp 35-Jährige mit der Uraufführung des deutschen Requiems nichts weniger als den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten. An jenem Karfreitag 1868 wurde  gleichsam Realität, was Robert Schumann einst dem jungen Musiker prophezeit hatte: „Wenn er [Brahms] seinen Zauberstab dahin senken wird, wo ihm die Mächte der Massen, im Chor und Orchester, ihre Kräfte leihen, so stehen uns noch wunderbarere Blicke in die Geisterwelt bevor“, so Schumann in seinem berühmten Brahms-Artikel Neue Bahnen. Es hatte immerhin dreizehn Jahre gedauert, bis Brahms, der bis dahin vor allem Klavier- und Kammermusik komponiert hatte, den eigenen „Zauberstab“ in Richtung eines großen chorsinfonischen Werks gelenkt hat.

Clara Schumann erinnerte sich bezeichnenderweise bei der Bremer Uraufführung unter der Leitung von Brahms eben an jenen Artikel ihres Mannes: „Ich mußte immer, wie ich Johannes so [im Bremer Dom] da stehen sah mit dem Stab in der Hand, an meines teuren Roberts Prophezeiung denken - welche sich heute erfüllen sollte. Der Stab wurde wirklich zum Zauberstab und bezwang Alle, sogar seine entschiedensten Feinde."

 

Johannes Brahms. Sinfonien 1 & 2 Markus Poschner

Johannes Brahms
Sinfonien 1 & 2

Bremer Philharmoniker
Markus Poschner

Katalognummer: 21056

Brahms und Bremen

Brahms und Bremen, Bremen und Brahms: der 1833 in Hamburg geborene, spätere Wahl-Wiener hatte zu der Hansestadt an der Weser eine besondere Beziehung. Das Brahms-Projekt der Bremer Philharmoniker steht somit in einer besonderen Tradition. Unmittelbar verknüpft ist mit der Hansestadt ein Markstein in der Karriere des Komponisten. Im Bremer Dom schaffte der knapp 35-Jährige mit der Uraufführung des deutschen Requiems nichts weniger als den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten. An jenem Karfreitag 1868 wurde  gleichsam Realität, was Robert Schumann einst dem jungen Musiker prophezeit hatte: „Wenn er [Brahms] seinen Zauberstab dahin senken wird, wo ihm die Mächte der Massen, im Chor und Orchester, ihre Kräfte leihen, so stehen uns noch wunderbarere Blicke in die Geisterwelt bevor“, so Schumann in seinem berühmten Brahms-Artikel Neue Bahnen. Es hatte immerhin dreizehn Jahre gedauert, bis Brahms, der bis dahin vor allem Klavier- und Kammermusik komponiert hatte, den eigenen „Zauberstab“ in Richtung eines großen chorsinfonischen Werks gelenkt hat.

Clara Schumann erinnerte sich bezeichnenderweise bei der Bremer Uraufführung unter der Leitung von Brahms eben an jenen Artikel ihres Mannes: „Ich mußte immer, wie ich Johannes so [im Bremer Dom] da stehen sah mit dem Stab in der Hand, an meines teuren Roberts Prophezeiung denken - welche sich heute erfüllen sollte. Der Stab wurde wirklich zum Zauberstab und bezwang Alle, sogar seine entschiedensten Feinde."

Auch zu anderen Gelegenheiten war Brahms freilich immer wieder mal als Pianist und Dirigent in Bremen - nachweislich mindestens 12 Mal. Außer im Dom konzertierte er im großen Saal des Künstlervereins, im Conventsaal der Neuen Börse und im Konzertsaal in der Union. Brahms schätzte die Atmosphäre der Hansestadt und wusste, wo es schön ist. Meist logierte er im renommierten Hotel Hillmann und aß gern im Ratskeller. Und war er einmal durch andere Verpflichtungen verhindert, so schrieb er an den befreundeten Bremer Musikdirektor Karl Reinthaler: „Ich verzichte gar ungern auf den Besuch in Bremen“. Wolfgang Sandberger

 

Nader Mashayekhi
fié ma fié II  ~  moulana

Salar Aghili, Gesang
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Frank Cramer

Katalognummer: 21050

Beide Werke des iranischen Komponisten Nader Mashayekhi bringen zwei musikgeschichtlich einander ferne und unterschiedliche Musikkulturen in unmittelbare Nachbarschaft: die zeitgenössische Orchesterkomposition und die traditionelle iranische Musikpraxis.Dadurch entsteht eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die in dieser Form ein Novum darstellt. Denn die Gleichzeitigkeit beider Kulturen bei der Aufführung läßt die kulturgeschichtliche Ungleichzeitigkeit um so klarer erscheinen. Was geschieht hier, wenn der Komponist dieses Konzept einem Publikum präsentiert, das auf beiden Seiten der Kulturräume bisher gewohnt war, beide Musikkulturen als miteinander unvereinbar zu hören? Was kann die Faszination für diese Musik außer dem Überraschungseffekt, den sie bereiten mag, verursachen? Diese und ähnliche Fragen sind nicht diesen Werken äußerlich, weil sie von der Musik selbst aufgeworfen werden. Denn wie ist das Verhältnis von Gesang und Orchester näher zu bestimmen: ist das eine utopische Anähnerung zweier Kulturen, der symphonisch orchestralenTradition an die iranische Musiktradition - oder ist das eine realistische Entgegensetzung beider Kulturen? Realistisch und resignierend angesichts einer Realität, die einem zeitgenössischen Komponisten solche Projekte abnötigt? Es ist wohl das alles und es ist deshalb mehr als nur das. Unleugbar liegt hier ein ästhetisches Konzept vor, das die Frage nach Identität und Differenz von Orient und Okzident weder fatalistisch akzeptiert noch indifferent fixiert; vielmehr wird die Aktualität dieser Frage zur musikalischen Anschauung gebracht.
"CD-Tipp" Fono Forum, August 2009

 
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